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Leidenschaft Bogen schießen… Leidenschaft Bogenschießen

Ein Interview mit Bogensportler Sven Herzig

1. Herr Herzig, Sie betreiben Bogensport, eine nicht ganz so weit verbreitete Sportart. Wie und wann sind Sie dazu gekommen? Und was fasziniert Sie an Pfeil und Bogen?

Ich habe schon mit zehn Jahren angefangen im Verein Bogen zu schießen.

Davor stand allerdings schon eine Scheibe bei uns im Garten zum Spaßschießen, hierbei ist mir damals ein Pfeil in die Scheibe unseres Carports geflogen. Nach dieser Aktion hatte sich mein Vater auf die Suche nach einem passenden Verein gemacht.

Mich fasziniert vor allem am Bogenschießen, dass es eine Sportart ist, welche Kraft, Körperspannung und mentale Stärke benötigt, um erfolgreich zu sein. Zudem ist es ein sehr ästhetischer Sport und hat in der heutigen Zeit nichts mehr mit den aus Robin Hood Filmen bekannten Holzbögen zu tun.

 

2. Erzählen Sie uns mehr über diese Sportart: Welche Anfangsausrüstung benötigt man, wie weit sind die Zielscheiben entfernt, auf was kommt es an und ab welchem Alter macht es Sinn, mit dem Bogensport zu beginnen?

Ausrüstung Bogen schießen
Ausrüstung Bogen schießen

Eine gute Anfangsausrüstung bekommt man so ab etwa 300€, hier sind dann der Bogen, ein Visier, diverse Schutzausrüstung und Pfeile enthalten. Natürlich sind nach oben so gut wie keine Grenzen gesetzt. Einer meiner Bögen kostet etwa 3000€ (mit Pfeilen), wovon ich drei Stück besitze. Die Preise sind zum einen so hoch, weil es sich um Markenprodukte und Sportgeräte der jüngsten Gerätegeneration handelt. Natürlich gibt es auch günstigere Alternativen. Hinzu kommt, dass es immer hochleistungsfähigere und damit auch teurere Materialien gibt, wie zum Beispiel Nanocarbon und spezielle Kunststoffe für die Laminate der Wurfarme. Für mich damals als Auszubildender war das nur sehr schwer zu stemmen. Ich habe immer so viel gespart wie möglich und hatte zusätzlich das Glück, dass mich meine Eltern unterstützten. Im Nationalteam haben wir zwar auch Sponsoren, aber die unterstützen uns zumeist mit Material, nicht mit Geldern, so dass man dann nicht immer den Bogen benutzen kann, den man gerne möchte.

Die Wettkampfdistanz im Freien beträgt ab der Juniorenklasse (ab 18 Jahren) immer 70 Meter und die Scheibe hat hierbei einen Durchmesser von 122 cm. Für jüngere Sportler sind die Scheiben aber deutlich näher. In der Halle wird auf 18 Meter geschossen, wobei hier die Scheibengröße je nach Alter kleiner wird.

Das Alter spielt zum Anfangen des Bogensports keine Rolle. Der Jüngste bei uns im Jugendtraining ist gerade Mal sieben. Dennoch sollten die Kinder ein einigermaßen gut ausgeprägtes Körpergefühl mitbringen.

 

3. Wie viel Zeit investieren Sie wöchentlich in Ihr Training? Soweit ich informiert bin, betreiben Sie den Bogensport als Leistungssport und sind sogar Kaderschütze des Deutschen SchützenBund e.V. Da muss man doch sicherlich ziemlich viel trainieren, oder?

Ja, die letzten vier Jahre war ich mit dem Junioren-Nationalteam und dem Nationalteam der Herren auf verschiedenen Wettkämpfen weltweit unterwegs. Dies beinhaltete auch ein Kadertraining von einer Woche einmal im Monat, diese haben immer in Berlin stattgefunden.

In den letzten Jahren war ich zwischen 4- bis 6-mal die Woche beim Schießtraining und das für je 2 bis 3 Stunden. Hinzu kommen noch Ausdauertraining, wie z.B. Joggen oder Schwimmen, Krafttraining und Mentaltraining. Die Wettkämpfe gehen im Sommer über den ganzen Tag, wenn es wie in diesem Jahr sehr heiß ist, braucht man eine stabile Fitness.

Trotz des zum Teil straffen Trainingsplans, bleibt auch immer noch etwas Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen. Zum Glück kann ich meinen wöchentlichen Trainingsplan individuell zusammenstellen. Dafür muss ich dann allerdings immer ein paar Tage beziehungsweise sogar Wochen im Voraus planen.

 

Sven Herzig
Sven Herzig bei einem Wettkampf

4. Was waren bisher Ihre bedeutendsten Wettkampferfolge?

Mein allererster internationaler Einsatz im Jahr 2012 in Dänemark war das erste Highlight und hier zählte einfach nur das Dabeisein.

Die Weltmeisterschaft 2013 in China war zwei Wochen vor der theoretischen Abschlussprüfung, hier hatten zum Glück sowohl meine Lehrer als auch mein damaliger Ausbilder, Walter Herzhauser, großes Verständnis.

Als Drittes zählt hier der Europameistertitel 2014 mit dem Junioren-Team und der vierte Platz im Einzel in Slowenien waren für mich bisher das Größte, denn dieses Gefühl, wenn die Nationalhymne nur für einen selbst gespielt wird, entschädigt für sehr viel Anstrengung.

 

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5. Wie wichtig ist der Bogensport für Sie? Welche Rolle spielt er in Ihrem Leben?

Letzten Endes ist es für mich mehr als nur ein Hobby. Ich habe auch viele Freunde weltweit, die man im Laufe der Zeit kennengelernt hat. Mir bedeutet der Bogensport das, was anderen der Fußball oder der Musikverein bedeutet.

Ich möchte mich gerne noch persönlich bei allen bedanken, die mich hier im Hause KaVo jederzeit tatkräftig darin unterstützt haben, meinen Leistungssport auszuüben, denn nur dadurch war es überhaupt möglich, diese Erfolge im Bogenschießen neben der Arbeitszeit zu erzielen.