Steuertipp 3 – Dental CAD/CAM System

CAD/CAM SystemKaVo ARCTICA Dental CAD/CAM System – ein System, viele Vorteile. Gilt dies auch aus steuerlicher Sicht?

Thema in Mandantenterminen ist immer wieder die Entwicklung der Einnahmen und das Potenzial von Umsatzsteigerungen. Zahnärzte stehen dabei in der Regel vor dem Problem, dass eine Vielzahl ihrer Leistungen budgetiert sind und sie nur begrenzte Möglichkeiten haben ihre Umsätze darüber hinaus auszuweiten. Umsätze, die mit Kassenpatienten erzielt werden, sind gedeckelt und auch der Rahmen für Zuzahlungen und die Erhöhung des Privatpatientenanteils ist bei vielen Zahnärzten bereits ausgereizt.

Eine Möglichkeit, Umsätze und auch den Gewinn zu erhöhen, besteht in der Verlagerung eines Teils der Fremdlaborumsätze in die eigene Praxis. Dies kann durch die Errichtung eines Eigenlabors erfolgen bzw. bietet sich zunächst die Investition in ein Dental CAD/CAM System wie das KaVo ARCTICA CAD/CAM System an, da hierfür kein zusätzliches Personal eingestellt werden muss und die komplette Einrichtung eines Labors nicht erforderlich ist. Durch diese Systeme kann ein Teil des Zahnersatzes in der eigenen Praxis hergestellt werden, woraus in der Folge Gewinne resultieren. Darüberhinaus ist eine solche Investition auch Werbung für die eigene Praxis: Zahnersatz kann zum Teil innerhalb einer einzelnen Behandlung hergestellt und eingesetzt werden. Die Herstellung eines Provisoriums und mehrere Behandlungstermine können weitestgehend vermieden werden.

Der wichtigste wirtschaftliche Punkt der Investition ist folgender: es werden Umsätze außerhalb des Budgets erzielt. Darüber hinaus kann die Bedienung des KaVo ARCTICA CAD/CAM Systems zumindest teilweise auch durch entsprechend fortgebildetes Personal in der Praxis erfolgen. Der Zahnarzt kann somit parallel weitere Behandlungen durchführen und die Auslastung der Praxis optimieren.

 

CAD/CAM SystemBerechnen Sie die Amortisation eines CaD/CAM Systems selbst

Die Wirtschaftlichkeit und der steuerliche Nutzen sind immer im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung zu prüfen und hängen insbesondere von der Höhe der Fremdlaborumsätze in der Praxis ab. Mit Hilfe des Wirtschaftlichkeitsrechners von KaVo kann die Zahnarztpraxis auf Grundlage der speziellen Praxisgegebenheiten berechnen, welche Auslastung notwendig ist, damit sich die Investition amortisiert. Im Allgemeinen führt bereits eine geringe Auslastung zur Amortisation der Investition in diese modernste Technologie.

 

Abschreibungen und Sonderabschreibungen

Für die Investition sind neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten auch die steuerlichen Konsequenzen aus der Anschaffung interessant. Dies wird im weiteren Verlauf dargestellt. Der Kaufpreis des KaVo ARCTICA CAD/CAM Systems wirkt sich nicht unmittelbar auf den Gewinn aus, vielmehr wird der Kaufpreis auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 8 Jahren abgeschrieben. Es besteht die Möglichkeit, für die Investition bereits vor der eigentlichen Anschaffung einen Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG zu bilden. Durch den Investitionsabzugsbetrag können bereits 40% der Anschaffungskosten steuermindernd geltend gemacht werden, sofern der Gewinn bei Einnahmen-Überschuss-Rechnern im Jahr des Abzuges des Investitionsabzugsbetrages EUR 100.000,00 nicht übersteigt (bei Steuerpflichtigen, die ihren Gewinn durch einen Betriebsvermögensvergleich ermitteln, darf der Wert des Betriebsvermögens EUR 225.000,00 im Jahr des Abzuges nicht übersteigen). Darüberhinaus kann im Jahr der Anschaffung und in den vier folgenden Jahren eine Sonderabschreibung in Höhe von insgesamt 20% der Anschaffungskosten durchgeführt werden, sofern die oben genannten Grenzen zu Beginn des Wirtschaftsjahres, in dem die Anschaffung erfolgt, vorliegen. Für die weiteren Voraussetzungen des Investitionsabzugsbetrages sowie einer tabellarischen Darstellung der steuerlichen Konsequenzen verweisen wir auf die KaVo Steuerkolumne Steuertipp 2 – Investitionen zum Jahresende.

 

CAD/CAM System
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Kauf oder Leasing eines Dental CAD/CAM Systems

Soll das KaVo ARCTICA CAD/CAM System nicht gekauft werden, so besteht die Möglichkeit KaVo ARCTICA zu leasen. Eine gegebenenfalls vereinbarte Leasingsonderzahlung ist in voller Höhe im Jahr der Zahlung als Aufwand zu berücksichtigen und mindert die Steuerlast. Diese Möglichkeit gilt allerdings nicht für Steuerpflichtige, die eine Bilanz erstellen, denn in diesem Fall ist die Sonderzahlung auf die Laufzeit des Leasingvertrages zu verteilen. Die während des laufenden Vertrages gezahlten Leasingzahlungen sind in voller Höhe, sowohl bei Bilanzierern als auch bei Einnahmen-Überschuss-Rechnern gewinnmindernd und steuermindernd zu berücksichtigen.

 

Verzicht auf die Kleinunternehmer-Regelung?

Bei den Leistungen, die mit dem KaVo ARCTICA CAD/CAM System erbracht werden, handelt es sich um umsatzsteuerpflichtige Zahnersatzleistungen, die dem begünstigten Umsatzsteuersatz von 7% unterliegen. Solange die Umsätze im Jahr der Anschaffung die Grenze von EUR 17.500,00 und im folgenden Jahr von EUR 50.000,00 nicht übersteigen werden, kann zur Kleinunternehmer-Regelung nach § 19 UStG optiert werden. Das bedeutet, dass zwar umsatzsteuerpflichtige Umsätze erbracht werden, die Umsatzsteuer aber aus Vereinfachungsgründen nicht erhoben und an das Finanzamt entrichtet wird. Bei der Ermittlung der Grenzen sind auch die Umsätze der Praxis zu beachten, die bislang bereits umsatzsteuerpflichtig wären, aber aufgrund der Kleinunternehmer-Regelung die Umsatzsteuer auf diese Umsätze nicht erhoben wird. Hierunter fallen insbesondere die Umsätze aus Leistungen für Bleaching und den Verkauf von Prophylaxeartikeln.

Der Verzicht auf die Kleinunternehmer-Regelung bereits zu Beginn der Anschaffung von KaVo ARCTICA hat durchaus steuerliche Vorteile. Die Umsatzsteuer, die auf Eingangsleistungen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Zahnersatzleistung steht (z.B. Labormaterial, Reparaturen, Ersatzteile usw.) und von der Praxis gezahlt wird, kann vom Finanzamt wiedergeholt werden (=Vorsteuerabzug). Dies gilt auch für die Umsatzsteuer, die auf die Anschaffung des Systems gezahlt wird. Für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit ist in diesem Fall die Nettoinvestitionssumme maßgebend, da nur diese von der Praxis tatsächlich aufgebracht werden muss. Wird auf die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung verzichtet, so kann auch für die allgemeinen Praxiskosten ein anteiliger Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.

CAD/CAM System

Sollte die Anschaffung des KaVo ARCTICA CAD/CAM Systems unterjährig erfolgen, hat der Verzicht auf die Kleinunternehmer-Regelung zur Folge, dass die eigentlich umsatzsteuerpflichtigen Leistungen wie Bleaching und der Verkauf von Prophylaxeartikeln nachträglich als umsatzsteuerpflichtige Leistungen behandelt werden. D. h., dass aus den bereits erzielten Einnahmen die Umsatzsteuer rauszurechnen ist und an das Finanzamt abgeführt werden muss. Es findet somit also eine Erlösschmälerung statt. Im Einzelfall ist dann zu prüfen, ob vielleicht erst im Folgejahr der Verzicht auf die Kleinunternehmer-Regelung erfolgen sollte. Die Umsatzsteuer aus der Anschaffung von KaVo ARCTICA kann dann, zumindest teilweise, im Rahmen einer Korrektur des Vorsteuerabzuges nach § 15a UStG vom Finanzamt zurückgeholt werden.

Wird das KaVo ARCTICA CAD/CAM System geleast, so ist die Umsatzsteuer, die in den Raten enthalten ist, bei Verzicht auf die Kleinunternehmer-Regelung als Vorsteuer beim Finanzamt geltend zu machen, so dass als definitive Belastung nur die Netto-Leasingraten verbleiben.

Das in der Praxis betriebene Eigenlabor sollte nicht für andere Praxen tätig werden. Dies würde dazu führen, dass das Eigenlabor in ein gewerbliches Labor umqualifiziert werden würde, so dass die Einkünfte daraus der Gewerbesteuer unterliegen. Bei einer Einzelpraxis lassen sich die Einkünfte in gewerbliche Einkünfte und Einkünfte aus selbständiger Arbeit trennen. Im Rahmen von Berufsausübungsgemeinschaften ist steuerlich die „Abfärberegelung“ zu beachten. Das bedeutet, dass ab einem gewissen Anteil gewerblicher Einkünfte in der Praxis, sämtliche Einkünfte der Praxis als Einkünfte aus Gewerbebetrieb qualifiziert werden, so dass auf den gesamten Gewinn der Praxis Gewerbesteuer gezahlt werden muss.

 

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass in einer Vielzahl der Fälle sich die Investition in KaVo ARCTICA sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus steuerlicher Sicht lohnt. Die Verlagerung der Laborumsätze zumindest teilweise in die eigene Praxis ist eine sehr gute Möglichkeit, um den Gewinn in der Praxis auszubauen. Ab wann sich die Investition in KaVo ARCTICA für die Praxis lohnt, hängt von den jeweiligen Praxisgegebenheiten ab. Ein Überblick kann bei der Entscheidungsfindung der Wirtschaftlichkeitsrechner von KaVo bieten. Ob eine Investition auch aus steuerlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist und wie die Anschaffung gestaltet werden sollte, ist immer eine Einzelfallbetrachtung und sollte mit dem Steuerberater abgesprochen werden.

 

Zu unserem Steuertipp 4: KaVo Behandlungseinheiten

 

Quelle. fpp.steuerberatung
info@fpp-steuerberater.de
www.fpp-steuerberater.de

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