Steuertipp 4 – KaVo Behandlungseinheiten

BehandlungseinheitenKaVo Investition in eine neue Behandlungseinheit

Die Frage, ob der Zahnarzt in eine neue Behandlungseinheit investieren sollte oder nicht, kann letztendlich nur dieser selbst beantworten. Es gibt jedoch einige Entscheidungshilfen, bei denen auch der Steuerberater durch eine steuerliche und betriebswirtschaftliche Betrachtung des geplanten Investitionsvorhabens in Behandlungseinheiten eine Empfehlung pro oder contra der Anschaffung aussprechen kann.

Zum einen sollte hinterfragt werden, warum es sinnvoll sein kann, eine oder mehrere neue Behandlungseinheiten für die Praxis anzuschaffen. Hier ist grundsätzlich zu erwähnen, dass durch eine regelmäßige Reinvestition in die Praxisinfrastruktur ein modernes Praxisbild geschaffen wird bzw. erhalten bleibt. Die Außendarstellung der Praxis vermittelt den Patienten eine zeitgemäße zahnärztliche Behandlung, die Wahrnehmung der Praxis als moderner Dienstleistungsbetrieb geht einher mit einem entsprechenden Behandlungsspektrum. Investitionen in das Praxisinventar insb. von Behandlungseinheiten führen zudem im Rahmen einer späteren Praxisabgabe in der Regel zu einem höheren materiellen Praxiswert und damit natürlich zu einem höheren Verkaufspreis für die Praxis (-beteiligung).

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sollte bei der Betrachtung einer geplanten Investition in eine Behandlungseinheit eine Analyse der Instandhaltungskosten für das Praxisinventar vorgenommen werden. Verursacht eine ältere Behandlungseinheit hohe Reparaturkosten, kann der Austausch dieser Einheit trotz der hierdurch verursachten Investitionskosten zu einem positiven Gesamtergebnis im Rahmen einer Liquiditätsbetrachtung führen. Hierbei sind in die Betrachtung nicht nur die reinen Zahlungsströme mit einzubeziehen, sondern auch mögliche Honorarausfälle durch Reparaturzeiten in der Praxis.

Kauf oder Leasing von Behandlungseinheiten

Aus steuerlichen Gesichtspunkten ist im Rahmen der Entscheidungsfindung die Fragestellung, ob die neue Behandlungseinheit gekauft (eigen- oder fremdfinanziert) oder geleast werden sollte zu diskutieren. Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht! Hier sind für jeden individuellen Einzelfall die steuerlichen Konsequenzen zu beleuchten und abzuwägen.

Der Kauf, unabhängig ob eigen- oder fremdfinanziert, führt dazu, dass jährlich gewinnmindernde Abschreibungen vorgenommen werden. Die betriebs-gewöhnliche Nutzungsdauer einer neuen Behandlungseinheit beträgt laut amtlichen Abschreibungstabellen 10 Jahre, d. h. der Kaufpreis der Einheit wird linear über 10 Jahre verteilt und abgeschrieben. Unter bestimmten Umständen kann im Vorfeld der Investition ein sog. Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 % der geplanten Anschaffungskosten für die Behandlungseinheit steuermindernd gebildet werden und somit über die hieraus resultierende Minderung der Steuerlast freie Liquidität für eine solche Investition schaffen. Zudem können, ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen, Sonderabschreibungen in Höhe von bis zu 20 % der Anschaffungskosten des Investitionsgutes nach Anschaffung gewinnmindernd vorgenommen werden.

Alternativ zum Kauf einer neuen Behandlungseinheit kann sich auch das Leasing anbieten. Im Gegensatz zum Kauf wird die Einheit somit über die Leasinglaufzeit mit den entsprechenden Leasingraten gewinnmindernd im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung berücksichtigt. Bei der Gewinnermittlung durch Aufstellung einer Einnahmenüberschussrechnung ergeben sich hier eine Reihe von steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Laufzeit des Leasingvertrags, der Vereinbarung möglicher Leasing-Sonderzahlungen oder Schlusszahlungen zum Ende der Leasinglaufzeit. Grundsätzlich ist ein Vergleich der Konditionen im Rahmen einer Finanzierung bzw. des Leasings erforderlich und kann als Entscheidungshilfe herangezogen werden.

Fazit

Als Fazit ist festzuhalten, dass die Entscheidung für die Investition in eine neue Behandlungseinheit nur vom Praxisinhaber selber getroffen werden kann. Auch aus steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht kann eine derartige Investition sinnvoll sein. Daher sollte der Steuerberater in die Entscheidungsfindung mit eingebunden werden und unter Betrachtung der möglichen Konsequenzen das seine zum Prozess der Entscheidungsfindung beitragen.

 

Zu unserem Steuertipp 5: Wartung vs. Neuanschaffung

 

Quelle:
fpp.steuerberatung
info@fpp-steuerberater.de
www.fpp-steuerberater.de

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